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Derivative Finanzinstrumente werden seit etwa Anfang der 80er Jahre immer bedeutender, so dass das gehandelte Volumen teilweise die Bilanzsumme der Banken überschreitet. Viele Institute weisen heutzutage ein vielfach höheres Volumen an Kreditrisiken als an Marktrisiken auf. Der Bereich der Derivate ist also längst nicht mehr auf die Investmentbanken (Parsley 1996, S. 28) beschränkt, sondern zu einem integralen Bestandteil der Finanzinstrumente geworden und spielt keineswegs mehr eine exotische Sonderrolle, vielmehr erfolgt heutzutage eine Integrierung Markt- und Kreditrisikokonzepte in ein Gesamtrisikokonzept (o. V. 1998).

Der Markt der derivativen Finanzinstrumente zeigte insgesamt trotz temporärer Rückschläge im Gefolge der großen Finanzkrise also ein boomartiges Wachstum, welches sich jedoch zunächst auf die traditionellen Finanzderivate beschränkte, bei denen ein vom Grundprodukt isolierter Handel von Marktpreisrisiken (Zins, Währung, Aktienkurs) erfolgt. Nach der anfänglichen Verwendung in den USA finden seit 1996 die Kreditderivate zunehmend auch in Europa und Deutschland Verbreitung, nachdem deutsche Banken in der ersten Hälfte der 90er Jahre hohe Verluste bei Industriekrediten erlitten hatten. Die Kreditausfallrate der Deutschen Bank etwa stieg damals auf ein halbes Prozent und hat sich seitdem ungefähr halbiert und die Banken sind nicht mehr durch die sinkenden Kreditmargen zu riskanten Produktinnovationen gezwungen (Barnish et. al. 1997, S. 80f. und 87; Flesch 1997; Gordon-Walker 1996, S. 181; Gray 1997, S. 30f.; Grundke 1999; Humphrey 1997, S. 73ff.; Irving 1997, S.23; Moser / Quast 1994, S. 667; o. V. 1998; Steltzner 1996, S.11; Willnow 1996, S. 143).

In dem Segment der derivativen Finanzinstrumente sind die Kreditderivate nicht nur durch die Höhe des gehandelten Volumens, sondern gerade auch aufgrund ihrer vielfältigen, sowohl komplexen als auch äußerst flexiblen Verwendungsmöglichkeiten im Risiko- und Portfoliomanagement von Bedeutung.

Kritisch zu sehen ist die Rolle der Ratingagenturen. Die überragende Bedeutung der wenigen internationalen Ratingagenturen führte bereits mehrmals dazu, dass eine Absenkung der Bonitätsprognose zu einer selbsterfüllenden Prophezeiung werden kann und sich ein Teufelskreis herausbildet, wie dies auch in großem Maßstab bei der Asienkrise in den 1990ern geschah. Die Ratingagenturen gaben damals ständig neue, niedrigere Bewertungen für Thailand und die anderen, von der Krise erfassten Länder heraus, was wiederum zu Verkaufswellen und damit einhergehenden Wertverlusten führte (Dieter 1998, S. 72). Die Ratings der großen Agenturen beeinflussten sich dabei gegenseitig und gemeinsam wurde die wirtschaftliche Lage für die betroffenen Länder immer prekärer.

Auf der internationalen Ebene spielten die institutionellen Investoren, d. h. Investitionsfonds, Pensionsfonds und Versicherungen, das pro-zyklische Verhalten der Rating-Agenturen und vor allem das Treiben internationaler Spekulanten wichtige Rollen. Durch den massiven, mittels der niedrigen Zinssätze ermöglichten japanischen Kapitalexport vermochte Japan es, die Kosten für die Sanierung seines maroden Finanzsystems letztendlich dem Ausland aufzubürden (Dieter 1998, S. 66).

Besondere Brisanz besitzen in diesem Zusammenhang die Länderratings, die seit 1975 für die USA und Kanada, seit den 1990er Jahren aber für zahlreiche Länder erstellt werden (Käfer / Michaelis 2012, S. 2). Standard & Poor's bewertete so die langfristigen, in ausländischer Währung denominierten Schulden Thailands ab dem 3. September 1997 mit A-, Moody's erniedrigte sein Rating am 1. Oktober 1997 weiter auf Baa1, am 24. Oktober nahm Standard und Poor's eine, mit BBB wiederum niedrigere Bewertung vor, Mood'y senkte sein Rating am 27. November auf Baa3 ab, vergab dann am 21. Dezember 1997 gar die Kategorie Ba1, die für Investments mit sehr hohem Risiko steht. Standard & Poor's bewerteten am 8. Januar wiederum niedriger, nunmehr mit BBB-. (Dieter 1998, S. 73) Ein solches umfassendes Länderrating beeinflusst seinerseits die Bewertung der einzelnen Unternehmen des Landes und kann "leicht zu enormen Marktverwerfungen führen, die sogar in weitere Ansteckungseffekte münden können." (Bannier / Hirsch 2012, S. 132)

Die Finanz- und Wirtschaftskrise des Jahres 2008 stellte die überragende Bedeutung der Ratings für die Entwicklung der heutigen Wirtschaft erneut drastisch unter Beweis, da ein breiter Konsens besteht hinsichtlich der entscheidenden Rolle, die die überzogenen Ratings und der konfliktbeladene Ratingprozess selbst für diese Krise spielten (Coffee 2010, S. 2), die ihren Ausgangspunkt in den USA hatte. Die US-Regierung hatte mit billigen Zinsen der Leitbank dafür gesorgt, dass Kredite für den Eigenheimbau auch an solche Personen vergeben wurden, die nur über ein geringes Einkommen verfügten oder nur unsichere Beschäftigungsverhältnisse hatten. Die Kreditrisiken schienen gering, da die Immobilienpreise ja beständig anstiegen. Es kam so zu einem Bauboom, der die Wirtschaft belebte. Die Besitzer der Eigenheime nahmen Hypotheken auf diese auf um ihren Konsumbedürfnissen nachzugehen. Der durchschnittliche amerikanische Haushalt lebte auf Kredit, Ersparnisse gab es kaum und nur bei wenigen.

Die Forderungen der Kreditinstitute wurden durch innovative Finanzprodukte immer neu in Wertpapieren gebündelt und miteinander verknüpft, so dass letztlich ein unüberschaubares Wirrwarr von Krediten und Verbriefungen bestand. Gerade diese Undurchschaubarkeit bewirkte eine stärkere Abhängigkeit der Entscheidungen der Investoren von den Ratings, die aber weder die verschlechterte Marktlage rechtzeitig widerspiegelten noch rechtzeitig an die krisenhaften Entwicklungen angepasst wurden (EU 2009, S. 2). Besonders die Bewertungen von Collaterized Debt Obligations (CDO) und den auf Immobilienhypotheken beruhenden Titeln gerieten in die Kritik (IOSCO 2008, S. 2).

Auf dieser Webseite wird daher versucht, die Verfahren der Bewertung von Optionen und der Messung des Kreditrisikos für Anleger verständlich zu machen, um eine selbständige Einschätzung zu erlauben.

Derivative Finanzinstrumente werden seit etwa Anfang der 80er Jahre immer bedeutender, so dass das gehandelte Volumen teilweise die Bilanzsumme der Banken überschreitet. Viele Institute weisen heutzutage ein vielfach höheres Volumen an Kreditrisiken als an Marktrisiken auf. Der Bereich der Derivate ist also längst nicht mehr auf die Investmentbanken (Parsley 1996, S. 28) beschränkt, sondern zu einem integralen Bestandteil der Finanzinstrumente geworden und spielt keineswegs mehr eine exotische Sonderrolle, vielmehr erfolgt heutzutage eine Integrierung Markt- und Kreditrisikokonzepte in ein Gesamtrisikokonzept (o. V. 1998).

Der Markt der derivativen Finanzinstrumente zeigte insgesamt trotz temporärer Rückschläge im Gefolge der großen Finanzkrise also ein boomartiges Wachstum, welches sich jedoch zunächst auf die traditionellen Finanzderivate beschränkte, bei denen ein vom Grundprodukt isolierter Handel von Marktpreisrisiken (Zins, Währung, Aktienkurs) erfolgt. Nach der anfänglichen Verwendung in den USA finden seit 1996 die Kreditderivate zunehmend auch in Europa und Deutschland Verbreitung, nachdem deutsche Banken in der ersten Hälfte der 90er Jahre hohe Verluste bei Industriekrediten erlitten hatten. Die Kreditausfallrate der Deutschen Bank etwa stieg damals auf ein halbes Prozent und hat sich seitdem ungefähr halbiert und die Banken sind nicht mehr durch die sinkenden Kreditmargen zu riskanten Produktinnovationen gezwungen (Barnish et. al. 1997, S. 80f. und 87; Flesch 1997; Gordon-Walker 1996, S. 181; Gray 1997, S. 30f.; Grundke 1999; Humphrey 1997, S. 73ff.; Irving 1997, S.23; Moser / Quast 1994, S. 667; o. V. 1998; Steltzner 1996, S.11; Willnow 1996, S. 143).

In dem Segment der derivativen Finanzinstrumente sind die Kreditderivate nicht nur durch die Höhe des gehandelten Volumens, sondern gerade auch aufgrund ihrer vielfältigen, sowohl komplexen als auch äußerst flexiblen Verwendungsmöglichkeiten im Risiko- und Portfoliomanagement von Bedeutung.

Kritisch zu sehen ist die Rolle der Ratingagenturen. Die überragende Bedeutung der wenigen internationalen Ratingagenturen führte bereits mehrmals dazu, dass eine Absenkung der Bonitätsprognose zu einer selbsterfüllenden Prophezeiung werden kann und sich ein Teufelskreis herausbildet, wie dies auch in großem Maßstab bei der Asienkrise in den 1990ern geschah. Die Ratingagenturen gaben damals ständig neue, niedrigere Bewertungen für Thailand und die anderen, von der Krise erfassten Länder heraus, was wiederum zu Verkaufswellen und damit einhergehenden Wertverlusten führte (Dieter 1998, S. 72). Die Ratings der großen Agenturen beeinflussten sich dabei gegenseitig und gemeinsam wurde die wirtschaftliche Lage für die betroffenen Länder immer prekärer.

Auf der internationalen Ebene spielten die institutionellen Investoren, d. h. Investitionsfonds, Pensionsfonds und Versicherungen, das pro-zyklische Verhalten der Rating-Agenturen und vor allem das Treiben internationaler Spekulanten wichtige Rollen. Durch den massiven, mittels der niedrigen Zinssätze ermöglichten japanischen Kapitalexport vermochte Japan es, die Kosten für die Sanierung seines maroden Finanzsystems letztendlich dem Ausland aufzubürden (Dieter 1998, S. 66).

Besondere Brisanz besitzen in diesem Zusammenhang die Länderratings, die seit 1975 für die USA und Kanada, seit den 1990er Jahren aber für zahlreiche Länder erstellt werden (Käfer / Michaelis 2012, S. 2). Standard & Poor's bewertete so die langfristigen, in ausländischer Währung denominierten Schulden Thailands ab dem 3. September 1997 mit A-, Moody's erniedrigte sein Rating am 1. Oktober 1997 weiter auf Baa1, am 24. Oktober nahm Standard und Poor's eine, mit BBB wiederum niedrigere Bewertung vor, Mood'y senkte sein Rating am 27. November auf Baa3 ab, vergab dann am 21. Dezember 1997 gar die Kategorie Ba1, die für Investments mit sehr hohem Risiko steht. Standard & Poor's bewerteten am 8. Januar wiederum niedriger, nunmehr mit BBB-. (Dieter 1998, S. 73) Ein solches umfassendes Länderrating beeinflusst seinerseits die Bewertung der einzelnen Unternehmen des Landes und kann "leicht zu enormen Marktverwerfungen führen, die sogar in weitere Ansteckungseffekte münden können." (Bannier / Hirsch 2012, S. 132)

Die Finanz- und Wirtschaftskrise des Jahres 2008 stellte die überragende Bedeutung der Ratings für die Entwicklung der heutigen Wirtschaft erneut drastisch unter Beweis, da ein breiter Konsens besteht hinsichtlich der entscheidenden Rolle, die die überzogenen Ratings und der konfliktbeladene Ratingprozess selbst für diese Krise spielten (Coffee 2010, S. 2), die ihren Ausgangspunkt in den USA hatte. Die US-Regierung hatte mit billigen Zinsen der Leitbank dafür gesorgt, dass Kredite für den Eigenheimbau auch an solche Personen vergeben wurden, die nur über ein geringes Einkommen verfügten oder nur unsichere Beschäftigungsverhältnisse hatten. Die Kreditrisiken schienen gering, da die Immobilienpreise ja beständig anstiegen. Es kam so zu einem Bauboom, der die Wirtschaft belebte. Die Besitzer der Eigenheime nahmen Hypotheken auf diese auf um ihren Konsumbedürfnissen nachzugehen. Der durchschnittliche amerikanische Haushalt lebte auf Kredit, Ersparnisse gab es kaum und nur bei wenigen.

Die Forderungen der Kreditinstitute wurden durch innovative Finanzprodukte immer neu in Wertpapieren gebündelt und miteinander verknüpft, so dass letztlich ein unüberschaubares Wirrwarr von Krediten und Verbriefungen bestand. Gerade diese Undurchschaubarkeit bewirkte eine stärkere Abhängigkeit der Entscheidungen der Investoren von den Ratings, die aber weder die verschlechterte Marktlage rechtzeitig widerspiegelten noch rechtzeitig an die krisenhaften Entwicklungen angepasst wurden (EU 2009, S. 2). Besonders die Bewertungen von Collaterized Debt Obligations (CDO) und den auf Immobilienhypotheken beruhenden Titeln gerieten in die Kritik (IOSCO 2008, S. 2).

Auf dieser Webseite wird daher versucht, die Verfahren der Bewertung von Optionen und der Messung des Kreditrisikos für Anleger verständlich zu machen, um eine selbständige Einschätzung zu erlauben.

Literatur




Texte